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Steueränderungen 2019

Ab dem 1. Januar 2019 treten die folgenden Steueränderungen in Kraft:

Crowe Croatia
11/29/2018
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Steueränderungen

UMSATZSTEUER

Die USt. i. H. v. 5% fällt auf folgende Güter an:

  • Bücher, jedoch nicht auf solche, die zum größten Teil Anzeigen enthalten oder größtenteils oder ganz aus Videoaufnahmen oder musikalischen Inhalten bestehen. Für solche Bücher fällt die Umsatzsteuer i. H. v. 25% an. Ähnliche Bestimmungen wurden auch für Zeitungen und Zeitschriften eingeführt, und
  • von der zuständigen Behörde für Arzneimittel und Medizinprodukte genehmigten Medikamente, unabhängig davon, ob sie rezeptpflichtig oder rezeptfrei sind.

Die USt. i. H. v. 13% anstatt 25% gilt für folgende Güter:

  • lebende Tiere, frisches oder gekühltes Fleisch und Innereien,
  • frische oder gekühlte Würste und ähnliche Erzeugnisse,
  • lebende, frische oder gekühlte Fische, Krebse und Meeresfrüchte,
  • Obst und Gemüse,
  • Schalenfrüchte,
  • Eier,
  • Kinderwindel, und
  • Leistungen und damit verbundene Urheberrechte von Schriftstellern, Komponisten und Künstlern.

Steuerpflichtige werden noch im laufenden Jahr, in dem ihre steuerpflichtigen Lieferungen bei über 300.000 HRK liegen, umsatzsteuerpflichtig. Bisher war in solchen Fällen der Übergang in die Umsatzsteuerpflicht für das darauffolgende Kalenderjahr vorgesehen.

Neben den Umsatzsteuermeldungen sind monatlich auch besondere Listen über die Eingangsrechnungen einzureichen. Die dafür vorgesehenen sog. Bücher der Eingangsrechnungen bleiben inhaltlich unverändert.

Steuerpflichtige können 50% Vorsteuer auf den Erwerb von Kraftfahrzeugen, unabhängig von ihrem Wert, zum Abzug bringen (bis dato war der Vorsteuerabzug auf den Fahrzeugwert von 400.000 HRK begrenzt).

Die Möglichkeit der Besteuerung elektronischer Leistungen wird eingeführt. Es handelt sich dabei um Leistungen, die von inländischen Steuerpflichtigen in anderen Mitgliedsstaaten der EU unter Berechnung der kroatischen USt. geliefert werden, jedoch nur wenn der Wert der Leistungen unter 77.000 HRK ohne USt. liegt.

Steuerpflichtige ohne Sitz in der EU können das besondere Besteuerungsverfahren für elektronische Leistungen in Anspruch nehmen. Erbringen sie Leistungen in mehreren EU-Mitgliedsstaaten, können sie die Ust. in nur einem EU-Mitgliedsstaat abführen.

Hat ein ausländischer Steuerpflichtiger eine kroatische Umsatzsteuer Identifikationsnummer in der Republik Kroatien und stellt er Waren und/oder Dienstleistungen einem kroatischen Steuerpflichtigen in Rechnung, so wird die Möglichkeit des Übergangs der Steuerschuld nicht mehr gegeben sein. Ein solcher ausländischer Steuerpflichtiger wird ab jetzt verpflichtet sein, dem Kunden die kroatische USt. zu berechnen.

Auf den Verkauf von Stahlbeton oder Eisen sowie Stahlbeton- und Eisenerzeugnisse (Armaturen) findet der sog. Übergang der Steuerschuld statt (wie auch auf Bauleistungen).

Ab dem 1. Januar 2020 wird der allgemeine Umsatzsteuersatz von 25% auf 24% herabgesetzt.

GEWINNSTEUER

Die im Rahmen des sog. Lex Agrokor vorgenommenen Abschreibungen der Forderungen können bereits in der Steuererklärung für 2018 geltend gemacht werden.

Die Quellensteuer fällt auch bei Zahlungen für Auftritte ausländischer Künstler, Unterhalter und Sportler an, sofern der ausländische Empfänger auf der Grundlage eines Leistungsvertrages eine juristische Person ist.

Die Pflicht zur Quellensteuerentrichtung i. H. v. 20% wird auch auf Zinsen, Dividenden – also Gewinnanteile, Urheberrechte und sonstige Leistungen erweitert, sofern diese an juristische Personen in Ländern gezahlt werden, die sich auf der Liste der nicht kooperativen Gerichtsbarkeiten der EU für Steuerzwecke befinden und die Republik Kroatien mit diesen Ländern das Doppelbesteuerungsabkommen nicht anwendet.

Die folgenden Vorschriften gegen Gewinnverlagerung ins Ausland werden eingeführt:

  • Die Vorschrift über die Beschränkung der Zinsen besagt: aus dem Ausland anfallende Zinskosten und sonstige Kosten der Schuldenaufnahme über Anleihen können entweder bis zu 3.000.000 EUR oder 30% des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) – je nach dem welcher Betrag niedriger ist – steuerlich abgesetzt werden. Diese Regel findet keine Anwendung auf Finanzgesellschaften und selbstständige Steuerpflichtige bzw. auf Steuerpflichtige, die nicht Teil einer konsolidierten Gruppe sind und nicht zu der Erstellung von konsolidierten Finanzberichten verpflichtet sind und keine verbundene Person oder eine ständige Geschäftseinheit haben und auf Steuerpflichtige, die keine Darlehen von ihren Gesellschaftern / Aktionären annehmen oder an diese gewähren.
  • Die Bestimmung über die kontrollierten ausländischen Gesellschaften (engl. Controlled foreign companies; CFC) besagt: wird eine Gesellschaft beispielsweise in einem anderen Staat als kontrollierte ausländische Gesellschaft einer kroatischen Gesellschaft angesehen und unterliegt der Gewinn der kontrollierten Gesellschaft nicht der Steuer oder muss er in diesem Staat nicht versteuert werden, so ist die kroatische Gesellschaft verpflichtet, in ihre Besteuerungsgrundlage den Gewinn der kontrollierten ausländischen Gesellschaft miteinzubeziehen, sofern dieser Gewinn aus den folgenden Einkommensarten hervorgeht: Erträge aus Zinsen – d.h. Finanzvermögen, Zahlungen für Lizenzen – d.h. Urheberrechte, Dividenden – d.h. Gewinnanteile, Finanzleasing und Versicherungen, Bankwesen u. Ä.

EINKOMMENSSTEUER UND ABGABEN

Die Steuerklasse für die Anwendung der Steuer i. H. v.  24% wird von 17.500 HRK auf 30.000 HRK monatlich erhöht (d.h. von 210.000 HRK auf 360.000 HRK jährlich). Bei Überschreitung des genannten Mindestbetrags wird die Steuer zum Satz von 36% berechnet.

Bei der Feststellung des persönlichen Freistellungsbetrages bei Unterhalt von Angehörigen werden Schadensersatzleistungen wegen schwerer Verletzung und anerkannter Invalidität, Stipendien und Preise für ausgezeichnete Schüler- und Studentenleistungen sowie Unterstützungen für Kinder von verstorbenen oder voll erwerbsunfähig gewordenen ehemaligen Arbeitnehmern nicht berücksichtigt. In den beiden zuletzt genannten Fällen bezieht sich die Freistellung nur auf Grundschulkinder (1. bis 9. Schuljahr) bis zum 15. Lebensjahr.

Von den Arbeitgebern an ihre Arbeitnehmer geleistete Ausschüttungen oder Optionskäufe eigener Aktien werden nicht als Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit (Lohn/Gehalt) besteuert, sondern als endgültige Kapitalerträge (diese Form von Einkünften wird bei der jährlichen Lohnsteuererklärung nicht einbezogen) zu einem Steuersatz von 24% (erhöht um den eventuellen Hebezuschlag zur Einkommenssteuer). Der Marktwert solcher Einkünfte wird als Bruttoeinkommen gewertet, welches die Steuer (und eventuell den Hebezuschlag auf die Einkommenssteuer) bereits beinhaltet.

Sonstige Einkünfte

Beitragserstattungen sowie Einkünfte aus der Differenz zwischen dem Vermögenswert und der Höhe der für dessen Erwerb aufgewendeten Mittel gelten als endgültiges Einkommen, das mit einem Steuersatz von 36% belegt ist (wird nicht in die jährliche Lohn-/Einkommenssteuerberechnung einbezogen).

Einkünfte von temporären saisonalen Tätigkeiten in der Landwirtschaft gelten als endgültiges Einkommen, das mit einem Steuersatz von 12% belegt ist (wird nicht in die jährliche Lohn-/Einkommenssteuerberechnung einbezogen).

Die Differenzbeträge zwischen einem vereinbarten niedrigeren Zinssatz und dem Zinssatz von 2% jährlich (anstatt des bisherigen Zinssatze i. H. v. 3% jährlich) gelten als steuerpflichtige Einkünfte.

Steuerfreie Zahlungen

Ab dem 1. Dezember 2018 erhöht sich die Gesamthöhe der steuerfreien Zahlungen von Arbeitgebern an Arbeitnehmern, und zwar von 2.500 HRK auf 7.500 HRK jährlich, unabhängig davon, um welche Art von Zahlungen es sich handelt.

Zahlungen von Prämien zur freiwilligen Renten- und Lebensversicherung durch Arbeitgeber an Arbeitnehmer gelten nicht mehr als steuerpflichtige Einkünfte.

Erhalten natürliche Personen Einkommen zur Begleichung der Fahrt- und Unterbringungskosten für gesundheitliche Zwecke, gelten diese nicht als steuerpflichtiges Einkommen, d.h. hierauf entfällt keine Lohn- /Einkommenssteuer.

Forderungsabschreibungen natürlicher Personen im Rahmen eines besonderen Insolvenzgesetzes und sogennten Lex Agrokor gelten als steuerfreie Einkünfte.

Die von einer Einheit der lokalen Selbstverwaltung an die Schüler der Grund- und weiterführenden Schulen verteilten Lehrbücher, Arbeitsbücher und Schulhefte bzw. die in ihrem kommunalen Haushalt vorgesehenen ausbezahlten Geldleistungen gelten als steuerfreie Einkünfte.

Die von natürlichen und/oder juristischen Personen formal und informal veranstalteten Ausbildungsprogramme für Arbeitslose und andere sozial gefährdete Gruppen, die aus dem Staatshaushalt oder EU-Programmen finanziert werden, gelten als steuerfreie Einkünfte.

Abgaben        

Die Abgabe zur Pflichtarbeitslosenversicherung (1,7%) und die Arbeitsschutzabgabe (0,5%) werden aufgehoben, die Krankenversicherungsabgabe wird von 15% auf 16,5% angehoben. Die Gesamtabgaben auf Löhne und Gehälter werden 16,5% betragen. Dementsprechend verringert sich die Abgabenbelastung auf die Löhne und Gehälter insgesamt von 37,2% auf 36,5%.

Die Mindestbemessungsgrundlage für die Berechnung der Abgaben für Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer, Direktoren und Liquidatoren darf nicht unter 0,65 des durchschnittlichen Bruttogehaltes liegen (anteilsmäßig zur Anzahl der Monate der Funktionsausübung). Eine eventuelle Differenz der zur Zahlung fälligen Abgaben wird in der jährlichen Abrechnung nach Erlassen des Steuerbescheides veranlagt. Führt eine Gesellschaft für ein Vorstandsmitglied, einen Geschäftsführer, Direktor und Liquidator keine Abgaben entsprechend dieser vorgeschriebenen Bemessungsgrundlage ab, so sind diese verpflichtet, die Differenz bis zum Ende des Jahres selbst an das Finanzamt abzuführen.

 

Ausländische Einkünfte

Bei der Festsetzung der Einkünfte aus dem Ausland gelten als steuerpflichtige Einkünfte die in den ausländischen Bescheinigungen ausgewiesenen und im Einklang mit dem jeweiligen ausländischen Steuerrecht festgesetzten Einkünfte.

Für Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit im Ausland entfällt die Pflicht zum Führen von Geschäftsbüchern in der Republik Kroatien.

Es bleibt die Möglichkeit, dass Steuerpflichtige im jeweils laufenden Jahr eine Einkommenssteuervorauszahlung auf Einkünfte aus dem Ausland auch in der Republik Kroatien leisten und dadurch die Option wählen, ihre Einkünfte nach dem kroatischen Steuerrecht festsetzen zu lassen.


Pauschalbesteuerung

Die pauschale Steuer pro Bett bzw. Unterbringungseinheit auf einem Campingplatz darf nicht unter 150 HRK und über 1.500 HRK liegen.

GRUNDERWERBSSTEUER

Die Grunderwerbssteuer wird von 4% auf 3% herabgesetzt. Der niedrigere Steuersatz wird auf Vertragsabschlüsse ab dem 1. Januar 2019 angewandt.

SONDERSTEUERN

Ein neues Gesetz über die Sondersteuern wurde verabschiedet und regelt im Wesentlichen folgendes:

  • Es gibt die Möglichkeit der teilweisen Erstattung der entrichteten Sondersteuer auf Dieselkraftstoffe, die beim kommerziellen Warenverkehr in LKW mit einer zulässigen Gesamtmasse von 7,5 t eingesetzt werden,
  • Die Frist für die Entrichtung der Sondersteuer auf Alkohol und alkoholische Getränke wird verlängert (von 30 bis 60 Tagen).
  • Die Pflicht zur Berechnung der Differenz der Sondersteuer auf Zigaretten im Bestand, die bisher bei jeder Erhöhung der Sondersteuer auf Zigaretten und / oder Erhöhung des Einzelhandelspreises für Zigaretten angefallen ist, wird aufgehoben.
  • Aufsichtsmaßnahmen über das Verfügen von Energieträgern werden eingeführt, d.h. besondere Genehmigungen werden ausgestellt einerseits für den Verkauf von Energieträgern, die als Treibstoff eingesetzt werden und andererseits für Gasöl, das für das Heizen verwendet wird.

FISKALISIERUNG

Stellt ein fiskalisierungspflichtiger Unternehmer vor Ausstellung der Rechnung ein Dokument aus, auf dem die Zahlungsdaten aufgeführt sind, so ist auf diesem Dokument der Hinweis anzugeben: „Dies ist keine fiskalisierte Rechnung“.

Die Frist für fiskalisierungspflichtige Unternehmer zur verbindlichen Einrichtung von Bezahlgeräten wird von zwei auf fünf Tage verlängert.

Ab dem 1. Januar 2021 wird die Pflicht zur Einführung der Fiskalisierung beim Verkauf von Waren oder Dienstleistungen über Selbstbedienungsgeräte (z. B. Parkautomaten, Milchautomaten u. Ä.) eingeführt.

ALLGEMEINES STEUERGESETZ

Es können verbindliche Meinungen zu jedem Steuerthema beantragt werden, vorausgesetzt es handelt sich um künftige (d.h. nicht bereits bestehende) und beabsichtigte Transaktionen.

Für Personen mit Wohnsitz (d.h. Eigentumswohnung oder eine über 183 Tage innerhalb eines oder zwei Kalenderjahren angemietete Wohnung, unabhängig davon, ob sie diese Wohnung bewohnen oder nicht) im In- und Ausland (z. B. Personen, die im Ausland arbeiten) ist das Hauptkriterium für die Bestimmung des Besteuerungsortes bzw. -staates derjenige Ort bzw. Staat, in dem die Familie wohnt bzw. der Ort oder Staat, dem der Arbeit nachgegangen wird. 

Unternehmern, die einer unternehmerischen Tätigkeit über das Internet widerrechtlich nachgehen und auf diese Art und Weise ungebührliche Steuervorteile erzielen oder Schäden für die soziale Gemeinschaft bewirken, kann durch das Finanzamt ein Arbeitsverbot verhängt werden und der Zugang zu den Inhalten der Internetadresse blockiert werden.

Die Definition der ständigen Geschäftseinheit von Nicht-Residenten wurde an das Gesetz über die Gewinnsteuer angepasst, wobei diese nun um Elemente des neuen OSZE-Modells für Verträge über das Einkommen und das Kapital aus 2017 erweitert wurde. Die Änderungen beziehen sich insbesondere auf die Vorbereitungen und unterstützenden Aktivitäten und den Begriff des abhängigen Agenten.

Die Definition für verbundene Personen wurde erweitert, so dass darunter nun auch Personen fallen, die kontinuierlich die gleichen Räume, die gleiche Ausstattung oder die gleichen Mitarbeiter nutzen und damit eine kontinuierliche Tätigkeit gegeben ist.

Es wurde bestimmt, dass die Rechnungserstellung in elektronischer Form möglich ist, falls der Rechnungsempfänger diese Art der Rechnungsstellung nicht ablehnt.

Die Bestimmung, wonach das Finanzamt von Amts wegen über die Verjährung von Steuererstattungen wacht, wird neu eingeführt.

FORMBLATT OPZ-STAT

Das Formblatt OPZ-STAT wird nur einmal jährlich im Rahmen der Einkommens- oder Gewinnsteuererklärung (anstatt wie bisher vier Mal im Jahr) eingereicht.

MITGLIEDSGEBÜHR AN DIE TOURISTIKVERBÄNDE

Ein neues Gesetz über die Mitgliedsgebühren an die Touristikverbände, welches ab dem 1. Januar 2020 gelten soll, wurde vorgeschlagen. Mit dem neuen Gesetz wären bestimmte Branchen nicht mehr verpflichtet, die Mitgliedsgebühr zu entrichten (z. B. IT-Firmen, Sportobjekte etc.), während die Banken zur Zahlung von Mitgliedsbeiträgen für Einkünfte aus der Gruppe „Einkünfte aus Provisionen und Gebühren“ verpflichtet wären. Darüber hinaus soll mit dem vorgeschlagenen Gesetz das Verfahren zur Berechnung der Mitgliedsgebühren erleichtert werden (z. B. wird der Prozentsatz von 28 auf 5 herabgesenkt; die Klassifizierung des Geschäftssitzes der Steuerpflichtigen in Touristikklassen, wonach der anwendbare Prozentsatz bestimmt wird, wird aufgehoben; die Möglichkeit der einmaligen Zahlung des Mitgliedsbeitrages anstatt der Zahlung von Vorauszahlungen für bestimmte Steuerpflichtige wird eingeführt u. Ä.).

 

Für eventuelle Rückfragen stehen wir Ihnen wie immer gerne zur Vefügung.

Ihr Crowe Team